Unsere Trainer:innen im Portrait
Unsere Trainer:innen stellen sich vor – Interviews von Monika Röder
Thomas Stark
„Tanzen ist Freiheit.„
Wenn man Thomas Stark – alias Thomas Strong oder ATOMIC – begegnet, trifft man auf jemanden, der Breaking nicht nur tanzt, sondern verkörpert.
Seit 1997 lebt der 42‑Jährige aus Plochingen den urbanen Tanz mit einer Konsequenz, die ihn national wie international bekannt gemacht hat: Er formt die deutsche Szene: als Tänzer, Trainer, Choreograph, Wertungsrichter, Moderator und natürlich als Mitgründer der legendären „Battle Toys“, mit denen er dreimal Weltmeister wurde.
Thomas ist einer der Menschen, die Breaking in Deutschland groß gemacht haben. Als Beauftragter des DTV (Deutscher Tanzsportverband) wirkt er maßgeblich an der strukturellen Entwicklung dieser jungen Sportart mit, bringt seine Expertise in Ausschüsse ein und tanzt gleichzeitig selbst noch auf der Bühne – mit derselben Leidenschaft wie 1997, als er am Plochinger Bahnhof seine ersten Moves übte.
Bereits 12 Jahre unterrichtet er im Schwarz‑Weiß‑Club Esslingen e.V., bleibt selbst aktiver Wettkämpfer und gleichzeitig Wertungsrichter. Er verortet Breaking zwischen Sport, Kunst und Kultur. Mit Blick auf die German Breaking Championships in Hannover im Rahmen der Finals 2026 ist klar: Thomas ist einer, der diese Szene stark macht.
Im Interview wollten wir Thomas ganz persönlich erleben – seine Geschichte, seine Motivation und seine Sicht auf Breaking und die Szene.
Interview mit Thomas
Wie würdest du dich selbst in drei Worten beschreiben – als Mensch und als Trainer?
Zielstrebig, fokussiert und menschenfreundlich.
Wie bist du zum Breaking gekommen?
Das war 1997, in der Zeit als die zweite Breakdance-Welle nach Deutschland kam. Run-DMC, etc. waren damals das Ding. Und so haben meine Freunde und ich in Plochingen im Jugendhaus und in der Bahnhofshalle angefangen zu trainieren und in der Öffentlichkeit zu tanzen. Wir sind bis heute drangeblieben, haben uns eigentlich jeden Tag selbst motiviert und sind immer noch dabei.
Was hat dich so besonders fasziniert, dass du dabeigeblieben bist?
Breaking – das ist was Freies gewesen. Es war keine klassische Sportart, bei der ich dreimal die Woche ins Training kommen musste.
Die älteren Breakdancer aus Plochingen tanzten damals schon, haben uns aber nicht unterstützt. Wir wollten es uns selbst beibringen. Hilfe bekamen wir durch unseren ersten Wettbewerb 1997 in Esslingen, den wir gleich gewonnen hatten.
Im Endeffekt, wir sind in einer Zeit groß geworden, in der es in fast jedem Dorf eine eigene Breakdance-Gruppe gab: in Altbach, Deizisau, Plochingen, Wendlingen, Köngen. Wohin wir auch kamen, überall trafen wir auf Breaker.
Im Laufe der Zeit haben viele aufgehört. Entweder wurden wir halt zu gut – das haben wir auch schon gehört – oder sie hatten keine Lust mehr. Oder bei vielen ist die Motivation für Wettbewerbe nicht mehr da gewesen. Aber wir sind drangeblieben. Man trifft sich im Training und jeder hat etwas anderes, das er eigentlich macht. Die Basic-Elemente sind teilweise alle gleich, werden aber trotzdem in eigener Interpretation und eigener Variation ausgeführt. Das heißt, man kann seine eigene Personality reinspielen.
Hast du Vorbilder, Tänzer oder Crews, die dich besonders fasziniert haben?
Natürlich! Ich bin eher amerikanisch orientiert, das heißt, viele meiner Lieblingstänzer, die ich mir gerne angucke, kommen aus den USA. Aber natürlich gibt es auch in Deutschland Legenden. Boris ‚Swift Rock‚ aus Kiel zum Beispiel. Von ihm hatte ich auch VHS-Videotapes.
Auch Crok aus Berlin, ein sehr guter Freund von mir, und andere Leute, die mich sehr inspiriert haben.
Wie kam es zu deinem Engagement als Trainer im Schwarz-Weiß-Club?
Ein Bekannter unserer früheren Trainerin Spresa sprach mich an, ob ich mal in den Club kommen könnte. Die Gruppe hätte Interesse an Breaking‑Elementen. Ich bin hingegangen, geblieben und unterrichte seit zwölf Jahren hier.
Wer ist aus deiner Kursgruppe wirklich drangeblieben?
Ja, viele von denen, die ich damals trainiert habe, sind heute noch dabei.
Nach Corona war hier erst einmal Feierabend. Corona hat im Endeffekt die komplette Crew-Konstellation gekostet.
Die Gruppe ist heute sehr homogen, hat ein klares Ziel vor Augen. Sie wissen genau, wohin sie wollen. Die Gruppe damals war sehr talentiert. Wir haben mit der alten Gruppe Wettbewerbe gewonnen.
Viele, die als Kinder mit dem Tanzen begonnen haben, bleiben entweder dabei oder steigen später wegen Schule, Arbeit oder neuen Interessen aus.
Und du hast gemischte Gruppen, Mädchen und Jungen?
Ja und ja.
Was motiviert dich persönlich, Breaking mit voller Begeisterung zu unterrichten?
Ich glaube, wenn du einen Tanz ein halbes Leben lang machst, wird Begeisterung irgendwann zur Routine.
Das ist Routine für mich – zweimal Training, zweimal Unterrichten, Woche für Woche.
Ich war vier Jahre lang sowohl Trainer als auch Coach des Bayerischen Landeskaders und habe mit Profis sowie Newbies gearbeitet. Man muss halt immer andere Ansätze finden. Für mich gehört das selbstverständlich dazu. Das ist halt wichtig.
Gibt es für dich ein Ritual vor und nach einer Unterrichtsstunde, wenn du hier in diesen Club kommst oder aus dem Club rausgehst?
Bevor ich ins Training gehe, schaue ich mir meistens ein, zwei Videos von Tänzern oder Tänzerinnen an, z. B. Battles, die grade aktuell sind, einfach um ins richtige Feeling zu kommen.
Wie hat sich die Szene in den letzten Jahren entwickelt?
Es ist natürlich hochprofessionell geworden. Das ist nicht mehr mit 1997 zu vergleichen. Damals haben wir uns im Wohnzimmer getroffen, auf dem Teppich trainiert. Wir haben auf der Hand und auf dem Knie gedreht. Mittlerweile ist das ganze Spiel sehr athletisch geworden und verlangt von den Tänzern eine hohe Disziplin.
Hast du einen Lieblingssong?
Nein. Ich habe eine extra Playlist mit Hip-Hop-Liedern. Ich lasse mit Absicht immer den Zufallsgenerator laufen, damit wir so viel Vielfalt haben und so viel Input an Musik kriegen wie möglich. Darüber kann ich den Mädels ein wenig die Hip-Hop Kultur mitgeben.
Hip-Hop ist ja nicht nur der Tanz, sondern da steckt eine ganze Kultur dahinter noch.
Was macht Breaking für dich zur Kultur?
Was man als Kultur bezeichnet, ist immer relativ. Für mich ist Kultur ein sehr großes Spektrum, da ich schon seit über 20 Jahren selbst Events organisiere.
Die Breaking‑Szene ist seit jeher tief in der Jugendkultur verwurzelt.
Ich arbeite sehr eng mit Jugendlichen und auch mit Jugendhäusern zusammen.
Kultur ist ein ganz wichtiger Punkt, denn ohne diese kulturelle Basis gäbe es die heutige professionelle Basis nicht. Anders als im klassischen Tanz – mit Vereinen, Tanzschulen, Tanzkursen, Tanzabenden und festen Abläufen – ist Breaking historisch in offenen Räumen und Jugendhäusern entstanden. Man traf sich, tauschte sich aus, lernte voneinander. Diese freie, gemeinschaftliche Struktur prägt die Szene bis heute.
Breakdance – olympisch?
Im Dezember 2019 entschied das IOC, Breakdance ins Programm der Olympischen Sommerspiele 2024 in Paris aufzunehmen. Damit war klar, dass auch Strukturen in einer bestimmten Form geschaffen werden müssen. In Deutschland übernahm das der DTV (Deutsche Tanzsportverband). Es ist eine Herkulesaufgabe, eine komplett freie Szene in bestimmte Strukturen zu packen.
Im Jahr 2020 bat mich der DTV um Hilfe und holte mich als Experten ins Boot. Seitdem bin ich Bundesbeauftragter für Breaking – sowohl im DTV als auch im TAF, den beiden größten Verbänden in Deutschland. In dieser Rolle habe ich maßgeblich beim Aufbau der neuen Strukturen mitgewirkt: Heute gibt es einen Bundestrainer, einen Bundeskader und eine professionelle Eventlandschaft.
Wie ist deine Meinung dazu, dass Breaking olympisch war und dann wieder rausgenommen wurde?
Breaking wurde nicht erst nach Olympia gestrichen, sondern schon 2023 – lange bevor die Sommerspiele 2024 in Paris begonnen hatten. Damals wurde offiziell announced, dass Breaking in Los Angeles 2028 nicht dabei sein wird; die Disziplin wurde durch Flag Football ersetzt.
Ich war 2024 selbst in Paris vor Ort: zwei Tage Full House, vier ausverkaufte Sessions, volle Arena, starke Resonanz. Breaking hat dort Eindruck hinterlassen und gezeigt, wie gut es in den Urban Sports Park passt – gemeinsam mit Skateboarding und BMX. Gleichzeitig muss man realistisch bleiben: Während Breaking zwei bis drei Tage eine Arena füllt, füllt Flag Football dagegen ganze Stadien über Wochen.
Olympische Gastgeberstädte können eigene Sportarten vorschlagen – Paris wollte Breaking unbedingt dabei haben. So wurde Breaking zur ersten Tanzdisziplin der olympischen Geschichte. Und das passt: Wer Breaking auf Top-Level erlebt hat, weiß, dass es weit über das Tanzen hinausgeht – Artistik, Athletik und Elemente die eigentlich auf die große Bühne gehören und untrennbar sind.
Aber ja, ich habe da meine eigene Meinung dazu. Ich sehe Breaking als Tanzsportart. Ich habe auch immer gesagt, dass es für mich keine Sportart ist, sondern eine Tanzsportart, weil wir immer noch einen Tanz machen. Es ist ein gutes Add-on zur normalen Szene.
Olympia hat der deutschen Breaking‑Szene neue Türen geöffnet.
Durch Bundeskader und der olympischen Präsenz konnten erstmals Sponsoren und Partner gewonnen werden, die es in dieser Form zuvor nicht gab. Athletinnen und Athleten aus unserem Team waren Teil des Olympia-Teams Deutschland. Insgesamt wurden 220 Sportlerinnen und Sportler von Adidas ausgestattet.
Im vergangenen Jahr erreichten wir mit unseren Finals 1,38 Millionen Zuschauer im Livestream – ein Wert, der ohne die olympische Aufmerksamkeit kaum möglich gewesen wäre. Für die Szene ist das ein klarer Mehrwert.
Gleichzeitig bleibt Breaking frei in seiner Haltung: Wer diesen Weg gehen möchte, kann ihn gehen. Wer ihn nicht gehen will, lässt es. Die Entscheidung liegt bei jeder und jedem selbst.
Und kommen wir nochmal zurück auf die Gruppen hier.
Welche Ziele, verfolgst du mit deinen Gruppen hier im Club? Jenseits von der Technik
Einige unserer Breaker haben bereits erste Wettbewerbserfahrungen auf großen Bühnen gesammelt.
Die Gruppe ist jedoch noch sehr jung: Viele trainieren erst seit rund zweieinhalb Jahren – für die Breaking‑Szene ist das noch kein Zeitraum, in dem man von echter Reichweite sprechen kann.
Anders sieht es bei unseren Hip-Hop-Mädels aus. Wir haben die Gruppe neu strukturiert: Ein Teil fokussiert sich gezielt auf Showformate, der andere Teil bereitet sich langfristig auf Wettbewerbe vor. Und da wollen wir jetzt auf das nächste Level gehen. Das wird aber noch eine Weile dauern. So entstehen klare Entwicklungswege für beide Bereiche.
Wie lange schätzt du, bis es so weit ist?
Die Mädels sind sehr gut. Ich denke, wir brauchen nochmal ca. neun Monate, bis man erste Ansätze erkennen kann, vorausgesetzt sie bleiben konstant dabei und trainieren regelmäßig.
Die Mädels sind tatsächlich fleißig, und auch sehr lernwillig. Aber wie gesagt: da muss man auch sehr confident sein, um auf Wettbewerbe zu gehen. Da muss man wirklich ready sein.
Ich schicke niemals Leute auf Wettbewerbe, wenn ich nicht zu 100% der Meinung bin, dass sie eine Chance haben zu gewinnen. Das ist mein Anspruch.
Und wie gehst du mit unterschiedlichen Leistungsniveaus deiner Schüler um?
Schwierig! Ich versuche natürlich, allen das Gleiche beizubringen. Diejenigen, die erst kürzer dabei sind oder zum Schnuppern kommen, werden teilweise ins kalte Wasser geworfen. Einerseits nehme ich mir die Zeit und versuche den Neuen, andere Basics beizubringen. Andererseits gebe ich denjenigen, die schon länger dabei sind, freie Zeit zum Trainieren. Einfach um das Ganze zu splitten.
Mit den einen mache ich erst mal freies Tanzen und Basics, damit sie erstmal das Gefühl dafür entwickeln, frei zu sein, denn Tanzen ist Freiheit.
Und die andere Seite ist dann dieses straight Copy-and-Paste-Choreotanzen. Aber trotzdem gepaart mit eigener Emotion, mit eigener Personality.
Wer Freestyle beherrscht, hat einen klaren Vorteil, denn er kann sich selbst ausdrücken, der kann auch selber interpretieren. Dahin wollen wir die Leute bringen.
Wenn ein Schüler gerade blockiert ist, wie schaffst du es, ihn wieder zu motivieren?
Ja, ich glaube, es ist wichtig, auch die Ursache zu wissen, warum ein Schüler blockiert ist, was der Grund dafür ist. Ich frage danach. Ich habe ein gutes Verhältnis zu meinen Schülerinnen und Schülern, das ist immer wichtig. Auch wenn teilweise wirklich junge Menschen dabei sind.
Der eine hat heute ein Wehwehchen, der andere hat eine schlechte Klassenarbeit geschrieben und der dritte, der hadert mit sich selbst. Oder jemand hat Probleme zu Hause. Ja, das kann man halt nicht wissen, wenn man einfach nur straight up mit den Scheuklappen durch die Gegend geht. Man muss halt auch immer wissen, was in seiner Umwelt passiert.
Genauso kann auch ich einen schlechten Tag haben. Mich fragt bloß in der Regel keiner, warum das so ist. Dann kriegen die Leute manchmal meine Laune ab, aber so ist es eben 😊
Wie bleibst du dann mental stark, wenn im Training mal gar nichts klappt?
Flexibilität im Training ist entscheidend.
Wenn ich sehe, bei den Schülern klappt es nicht, greife ich auf Plan B zurück: umschwenken aufs nächste Movement oder andere Basics oder ich sage: „Okay, probier es doch mal so oder anders.“ Durch meine Erfahrung kann ich Fehler schnell „lesen“ und sehe sofort, wo sie entstehen. Ich erkenne die Stärken und Schwächen von jemandem und kann sie gezielt raus arbeiten.
Am Ende bleibt eines zentral: Ohne Arbeit und ohne Willen kommt man ab einem bestimmten Punkt nicht weiter. Dieses Verständnis versuche ich, jeder Schülerin und jedem Schüler zu vermitteln.
Wie entsteht eine Choreografie bei dir?
Aus dem Kopf heraus. Einfach so. Unter der Dusche. Das kommt einfach, die Ideen sprudeln. Im Schlaf hat man auch Ideen.
Zudem bin ich Wertungsrichter. Auf den Wettbewerben sieht man Vieles, was imponiert. Das fließt in meine Choreos mit ein. Ich war mehrfach in Las Vegas, habe mir dort Shows reingezogen.
Man nimmt diese ganzen Impressionen und diese Eindrücke mit und verarbeitet sie für sich selbst. Und ich gucke mir auch wahnsinnig gerne Choreografien an, man muss sich immer weiterbilden.
Du bist auch Wertungsrichter?
Ja, ich habe eine Wertungsrichter-Lizenz für Breaking vom WDSF. Der Bayerische Tanzsportverband steckte mich damals auch in eine Wertungsrichter-Schulung, die ich zweimal mitgemacht habe, weil es interessant war zuzuhören.
Beim TAF bin ich auch offiziell als Wertungsrichter für Hip-Hop und Breaking Battles tätig.
Ich habe schon gewertet für den DTHO, für den SDF, diverse Hip-Hop-Meisterschaften und Breaking Battles national und international.
Hast du noch freie Zeit für dich?
Natürlich.
Auf welche Erfolge deiner Schüler bist du besonders stolz?
Natürlich bin ich stolz auf alle meine Schüler, auf alle die Fortschritte machen und mit Engagement dabei sind. Dann macht mir das Ganze immer Spaß.
Einer meiner Jungs, den ich seit 14,5 Jahren trainiere, war schon mehrfacher Deutscher Meister.
Oder: Ida hat damals bei mir mit dem Tanzen angefangen. Sie lebt jetzt in der Schweiz und ist Profitänzerin im Bühnentanz geworden.
Meine Mädels sind letztes Jahr auf dem Lichterfest in Schwetzingen aufgetreten und haben vor ca. 20.000 Leuten ihre Show performt.
Mich motiviert jeder Tag, wenn ich die Schüler wachsen sehe. Und es ist immer wieder interessant zu sehen, in welche ganz andere Richtung sie teilweise gehen.
Einer meiner früheren Schüler ist heute Profi-Bodybuilder, war zweimal auf 3. Platz bei Mr. Olympia und gilt inzwischen als Shootingstar der Szene. Er hat damals mit mir das Breaken begonnen, später aufgehört, und als wir uns in Berlin wieder trafen, meinte er nur: „Breaken war schön, aber das Leben hatte einen anderen Plan.“
Meinen Schülern vermittle ich immer: Egal, was man tut – sei selbstbewusst, zeige den Leuten, wer du bist. Kopf nach oben! Wenn du dich traust, vor 1.000 Leuten zu tanzen, dann traust du dich auch, später ein Seminar vor 20 Leuten zu halten.
Wie möchtest du die Kinder prägen, sowohl sportlich als auch menschlich? Was möchtest du der Jugend gerne mitgeben fürs Leben oder für die Zukunft?
Am Ende des Tages ist es mir wichtig, ein gutes Vorbild zu sein und den Kindern und Jugendlichen Spaß an der Sache zu geben.
Mir ist wichtig, Kinder sportlich wie menschlich zu stärken, sauber zu bleiben – in unserer Hip-Hop-Kultur gibt es da immer noch ein Vorurteil. Das Schöne an der Sache ist beizubringen, eine echte Freude zu haben an dem, was sie tun, und das Bewusstsein vermitteln, sich Ziele zu setzen, mit Motivation und einem erhobenen Kopf durchs Leben zu gehen. In einer Zeit voller Handys und Ablenkungen sollen sie im Sport einen Ort haben, der ihnen Halt gibt, Gemeinschaft lebt und ihnen zeigt, wie gut es tut, wenn man für etwas brennt.
Am Ende des Tages ist es wichtig, dass es Spaß macht. Und dass man einfach dieses Socializing wieder betreibt, mehr Zeit miteinander verbringt. Wir sind früher ohne Handy groß geworden. Wir sehen ja, wie sehr die Medien mittlerweile die Jugend beherrschen.
Wer ist dein größter Fan?
Ich glaube, mein kleiner Sohn – Jamie. Ich habe zwei Söhne – Liam und Jamie.
Wie hältst du dich selber fit?
Früher bin ich joggen gegangen und habe kurze Zeit ein Fitnessstudio ausprobiert, aber beides war nichts für mich – die Gelenke mochten das Joggen nicht, und das Studio hat sich nie wie „mein Ding“ angefühlt.
Mit dem Breaken habe ich nie aufgehört. Ich glaube das war das große Geheimnis.
Ich bin vor großen Verletzungen verschont geblieben, außer jetzt macht mein Nacken massiv Probleme. Ich hatte Rückenprobleme und ein halbes Jahr Totalausfall. So musste ich für ein paar Monate ins Rückenstudio gehen. Aber das gehört halt auch dazu.
Seit einer Woche mache ich wieder täglich 15-Minuten-Workouts zu Hause, einfach um meinen Körper wieder in Shape zu bringen.
Thomas, vielen Dank für das spannende Interview, für deine Offenheit, Klarheit und dein Engagement im Schwarz-Weiß-Club. Wir wünschen Dir weiter volle Power und Erfolg bei allem, was dich treibt – Bring the heat!
Das Interview führte Monika Röder