Unsere Trainer:innen im Portrait

Unsere Trainer:innen stellen sich vor – Interviews von Monika Röder

Vanessa Cullington

„Wir sind ein Team, wir unterstützen uns und wir sind wie eine Kette.“

Wir sprechen über sie als Trainerin, über ihre Arbeit mit Kindern. 

Wir wollen erfahren, wie sie arbeitet, was sie inspiriert und welche Rolle tänzerische Früherziehung für junge Menschen spielt. 

Vanessa Cullington – Die Frau, die ihre  Leidenschaft  zum Beruf machte 

Vanessa Cullington ist eine dieser Persönlichkeiten, die man nicht übersieht, weil sie eine Energie ausstrahlt, die Räume füllt, Menschen mitreißt und ganze Gruppen verwandelt. Wer sie tanzen sieht, spürt sofort: Hier steht jemand, der nicht nur Schritte und Bewegungen beherrscht, sondern ein Feuer in sich trägt. 

Mit 10 Jahren kam Vanessa zum Schwarz-Weiß-Club – ein Mädchen, das schon damals immer in Bewegung war sobald Musik spielte und Videos nachtanzte. Eine Freundin nahm sie mit in den SWC, und der Funke sprang sofort über.  

Was als spontaner Besuch begann, wurde zu ihrem Lebensweg. 

Vom Vereinskind zur prägenden Trainerin

Bereits 2012, im Alter von Anfang 20, begann Vanessa Hip-Hop zu unterrichten. Erst unterstützte sie ihre damalige Trainerin, später übernahm sie eigene Gruppen – und stellte sich damit einer Herausforderung, die viele unterschätzen: Stabilität in einer Kinder- und Jugendtanzgruppe zu schaffen. 

Immer wieder lösten sich Gruppen auf, Kinder gingen und neue kamen. Leistungsunterschiede machten es schwer, eine gemeinsame Basis zu finden. Vanessa reflektierte: Tatsächlich war es anfangs ein sehr steiniger Weg.

Doch Vanessa gab nicht auf. Sie analysierte, veränderte, probierte aus – und traf schließlich eine Entscheidung, die alles veränderte:

Sie stellte ihre Gruppen nicht mehr nach Alter zusammen, sondern nach Level. 

Ein mutiger Schritt, der sich als genial erwies. Plötzlich fanden sich Kinder zusammen, die denselben Ehrgeiz, dieselbe Freude und denselben Rhythmus teilten. Die Gruppen wuchsen – und blieben. 

Foto (privat): Vanessa Cullington - mit Leidenschaft für Hip-Hop

Eine Trainerin, die Menschen stärkt 

Vanessa ist keine Einzelkämpferin. Sie setzt auf Teamarbeit, fördert Talente und gibt ihr Wissen weiter. Ihre langjährige Co-Trainerin Milena wurde zu einer wichtigen Stütze – heute begleitet Lara sie mit derselben Leidenschaft. Die Gruppe wurde so groß, dass sie geteilt werden musste. Ein Problem, das man als Trainerin gerne hat. 

Kompetenz, die beeindruckt 

Wer Vanessa erlebt, merkt schnell: Sie ist nicht nur leidenschaftlich, sondern auch hochqualifiziert. Ihre Ausbildung ist beeindruckend: 

  • Julaica-Ausbildung beim DTV (Jugendleiterinnen‑Card) 
  • Trainer C-Lizenz 
  • Dreijährige Ausbildung zur staatlich anerkannten Bühnentänzerin und Tanzpädagogin 
  • Zusatzqualifikation in Tanzmedizin 
  • Unterricht Hip-Hop, Ballett Tänzerische Früherziehung, Contemporary – täglich, über Jahre 
  • Fundiertes Wissen in Pädagogik, Kindertanz, Wirtschaft, Kulturmanagement 
Foto: Bernd Hentschel

Heute arbeitet sie nicht nur als Tanzlehrerin, sondern auch als Dozentin an der MINKOV Tanzakademie in Winnenden, um zukünftige Tanzpädagog:innen für den Bereich Kindertanz auszubilden.  

Dazu leitet sie beim TSV Frickenhausen 1893 e.V. vier eigene Kurse und bringt dort ihre gesamte professionelle Ausbildung als Bühnentänzerin, Tanzpädagogin und Erzieherin ein.“ 

Montags tanzt sie selbst – ihr „freier Tag“.

Ein Leben für den Tanz 

Vanessa ist Erzieherin, Tanzpädagogin, Bühnentänzerin, Dozentin, Trainerin – und vor allem: eine Frau, die Tanzen lebt. Sie ist jemand, der Kinder stärkt, Jugendliche motiviert und Erwachsene inspiriert. Jemand, der nicht nur Schritte beibringt, sondern Selbstvertrauen, Disziplin und Freude. 

Ihr Weg war nicht immer leicht. Aber er war echt. Und genau das macht sie zu der Trainerin, die heute so viele Menschen begeistert. 

Warum man über Vanessa Cullington mehr erfahren möchte 

Weil sie zeigt, wie weit man kommt, wenn man nicht aufgibt. Weil sie beweist, dass Leidenschaft ein Lebensweg sein kann. Weil sie eine Trainerin ist, die nicht nur unterrichtet, sondern prägt. 

Interview mit Vanessa

Wie würdest du dich selbst in drei Worten beschreiben – als Mensch und als Trainer? 

Da bin ich zwei verschiedene Charaktere. 

Als Mensch bin ich super freundlich, super nett, super empathisch Leuten gegenüber und habe für vieles und beinahe alles Verständnis  

Dann bin ich auch immer gern treibende Kraft. 

Als Trainerin: Disziplin ist super wichtig. Ich bin zielorientiert und überzeugt davon, dass jeder alles schaffen kann, wenn der Wille stark genug ist 

Würdest du dich auch als richtig ehrgeizig bezeichnen?

Wenn ich mir was in den Kopf gesetzt habe, dann schon, dann gebe ich alles. Wenn ich nur so mit einem halben Herzen dran hänge, dann wieder nicht. Aber wenn ich wirklich für was Feuer und Flamme bin, dann ist das auch mein Ding.

Tanzen war schon immer mein Ding, und ich werde damit weitermachen, solange ich kann. 

Erinnerst du dich noch an deine erste Trainerstunde im SWC? 

Meine erste eigene Trainerstunde war eine echte FeuerprobeDie Stunde war tatsächlich als Hochzeitsgeschenk-Vorbereitung für meine damalige Trainerin gedacht. Aber mitten im Einüben bin ich mit einer Freundin handfest aneinandergeraten. 

In Vertretungsstunden z. B. Krankheitsvertretung habe ich den Unterricht normal durchgezogen und mich an die Struktur und Richtlinien gehalten, die ich aus meinem Training kannte. 

Was hat dich in deiner Trainerlaufbahn besonders geprägt? 

Die Zeit hat mir sehr viel gegeben. Durch dieses Tanztrainer sein habe ich sehr viel gelernt. Ich bin so viel selbstbewusster, so viel präsenter in meinem Auftreten oder mache mich auch mal gern zum AffenDas stört mich gar nicht, was die Leute von mir denken Das ist schon super gut gewesen. 

Wie bereitest du heute den Unterricht vor? 

Der entsteht aus sehr viel Inspiration, ist immer individuell und stark an dem angelehnt, was die Kinder brauchen. 

Woher nimmst du die Ideen für neue Choreographien 

Also Choreos vorbereiten ist immer ein langer Prozess. 

Choreografien entstehen bei mir aus einem Moment der Inspiration – ich höre ein Lied, boah, das fühle ich gerade richtig gut, baue um diese Stellen drumherum und Stück für Stück fügt sich alles wie ein Puzzle zusammen, bis das große Ganze sichtbar wird. 

Oder manchmal ist es auch einfach so, boah, das Lied ist es, das will ich haben. Und dann schaue ich, was ich darauf machen kann, wie ein Flow daraus wird. Das ist wie ein Puzzle. 

Bist du dabei auch in Interaktion mit deinen Gruppen, mit den Tänzern und Tänzerinnen? 

Theoretisch wäre ich da voll offen. Allerdings sind meine Tänzerinnen noch sehr zurückhaltend und würden nichts sagen wenn es sich für sie nicht gut anfühlt. Sie zeigen eher, okay, ich muss noch viel üben damit ich das tatsächlich so hinkriege. Wenn ich sehe, dass ein Move nicht funktioniert oder nicht gut aussieht, ändere ich ihn.  

Oder ich hatte auch schon Situationen, wo einer einen Move weitergemacht hat und ich fand den richtig cool. Da habe ich gesagt, lassen wir so drin, kauf ich. Genau so, das nehme ich. 

Welche Altersklasse trainierst du im SWC 

In der ersten Gruppe sind die jüngsten 5 Jahre und die Älteren 11 Jahre alt. In der nächsten Gruppe ab 11 Jahre aufwärts. 

Gibt es ein Ritual vor oder nach einer Unterrichtsstunde? 

Ich starte jede Stunde mit einem kurzen Checkin. Die Anwesenheitsliste anhaken und dabei komme ich mit den Schülern sofort in den Kontakt. Ein ehrliches „Wie war dein Tag, wie lief die Schule?“. Damit kommt nicht so eine komische Stille im Raum auf. Und sie wissen, okay, jetzt bin ich hier, jetzt kann ich mich auf die Stunde einlassen. Lege erste Musik auf fürs Warm-Up.  

Wir gehen die Choreo durch, weil wir auf Auftritte hinarbeiten. Ich habe eine relativ konstante Gruppe Hier entsteht eine richtige Vertrautheit – so ein bisschen wie Family. Ich könnte einfach rein gehen und sagen okay Leute, let’s go.

Hast du einen Lieblingssong? 

Nein. Ich habe eine extra Playlist mit Hip-Hop-Liedern. Ich lasse mit Absicht immer den Zufallsgenerator laufen, damit wir so viel Vielfalt haben und so viel Input an Musik kriegen wie möglich. Darüber kann ich den Mädels ein wenig die Hip-Hop Kultur mitgeben.

Hip-Hop ist ja nicht nur der Tanz, sondern da steckt eine ganze Kultur dahinter noch. 

Was macht deinen Kurs zu einem echten Safe Space – und warum ist dir das so wichtig?

Mir ist super wichtig, dass in meinem Kurs keiner ausgegrenzt wird, dass sich alle sicher fühlen können, dass alle diesen ’safe space‘ erleben.  
Beim Tanzen ist es super wichtig sich wirklich präsentieren zu können. Ich sehe, wie viele Kinder und Jugendliche damit anfangen zu strugglen und sich dann nicht wohlfühlen. Dann fangen sie an, nicht richtig zu tanzen, weil die denken, das sieht blöd aus oder das stimmt alles nicht. Dabei ist es einfach nur ein neues Gefühl und ein neues Gefühl ist immer erst mal komisch. Wenn es dann drin ist, ist es plötzlich cool und dann macht es auch Spaß und funktioniert auch.  Das Neue muss man erst mal erfahren und erleben. Die Momente des Unsicherseins vermittle ich als Teil des Lernprozesses. 

In meinem Kurs gilt: Niemand wird bewertet. Es wird wiederholt, bis jeder Schritt sitzt und es alle können.

Weil, wir sind ein Team, wir unterstützen miteinander. Wir sind wie eine Kette, ein schwaches Glied bringt uns nichts, wenn wir dann zerfallen. 

Wir müssen alle stark sein und wir sind alle unterstützend. 

Mit welchen Vorurteilen würdest du da gerne aufräumen im Hip-Hop?  

Dass Frauen immer sehr sexistisch dargestellt werden. 

Denn hinter der Musik steckt oft viel mehr Tiefe, als die Texte vermuten lassen.

Ich feiere die Lieder. Und es ist auch mal schön, sich dann auch so feminin fühlen zu können. 

Dein größter Wunsch – Welcher ist es? 

In meiner jetzigen Lebensphase ist mein größter Wunsch vor allem ein gesundes Baby.

Zudem ein Leben, in dem alles einfach so läuft und funktioniert: Alles ist gut, alles ist friedlich, alles ist harmonisch. Ohne großen Struggle, ohne sich viel ärgern zu müssen. 

Wissend, dass es nicht immer möglich ist. 

Wie hast du deinen Schülern eigentlich verraten, dass du schwanger bist – und wie haben sie darauf reagiert?

Als ich in die Phase kam, wo ich nicht mehr alles machen konnte, z. B. auf dem Bauch liegen oder stretchen am Boden habe ich gesagt: „Ich bin nicht faul, ich bin einfach schwanger.“ 

Am Ende der Stunde stürmten die Kinder aus dem Raum und erzählten es begeistert ihren Eltern. Das fand ich ja süß. Viele haben sich sehr für mich gefreut und sind sehr happy gewesen Seitdem erkundigen sich alle und fragen immer wieder nach.

Worauf bist du stolz? 

Ich bin wahnsinnig stolz auf meine GruppenTrotz Schwangerschaft erlebe ich in meinen Kursen volle Unterstützung: Die Gruppen freuen sich mit mir. Die Kids sind so süß und bieten mir ansogar das Warmup zu übernehmen. – und gemeinsam halten sie den Unterricht mit echter Teamenergie am Laufen und sind mit vollem Elan dabei. Ich fühle mich sehr wohl in meinen Kursen. 

Kommst du nach der Babypause als Trainerin zurück oder hörst du ganz mit dem Tanzen auf? 

Also ich kann es natürlich noch nicht sagen, wie es dann wirklich im Endeffekt mit Kind sein wird und wie es mir geht. Mein Plan ist schon, dass ich wieder zurückkomme. Einfach auch, weil viel Herz dranhängt.  

Muss ich dann einfach sehen.  

Wer übernimmt deine Gruppen? 

Wir sind aktuell noch auf der Suche. Sobald es Klarheit gibt, informieren wir die Gruppen. Das alles wird im Vorstand besprochen. 

Deine Gruppen treten beim Berkheimer Meisenfest und Schwörfest in Esslingen auf. Welchen anderen öffentlichen Auftritt möchtest du mit deinen Gruppen gern wagen? 

Das Narrenbaumstellen am Dreikönigstag. Dort bin ich früher immer aufgetreten und habe selbst getanzt. Die Stimmung war immer richtig cool. Alle haben Freude und viel Spaß und Energie. Genau dieses Erlebnis würde ich gern den Kids schenken: einen Auftritt, bei dem das Publikum nicht nur zuschaut, und erst zum Schluss applaudiert, sondern schon während des Auftritts anfeuert und mit Zwischenrufen zurückfeiert.

Du bist im März 2026 als Jugendwart im SWC gewählt worden. Welche Aufgaben hast du übernommen?

Ich bin die zentrale Ansprechpartnerin für Kinder, Jugendliche und Trainer. Geplante Auftritte, Ausflüge oder Veranstaltungen werden mit mir abgeklärt und ich vermittle zwischen Verein, Team und Schülern. Außerdem kümmere ich mich um Wünsche – von Lichtstrahlern für Videoaufnahmen bis zu Stretchingbändern fürs Ballett. 

Vor welchen Herausforderungen stehst du in dieser Funktion? 

Mit dem Vorstandswechsel haben wir sehr viele Aufgaben neu verteilt, dadurch ist es einfacher geworden und ich weiß immer, an wen ich mich wenden kann. 

Die Kommunikation mit den Trainern ist noch schwierig, weil jeder sein eigenes Leben hat, alle an unterschiedlichen Schulen arbeiten und volle Terminkalender haben. 

Deadlines, Termine, Rückmeldungen: Alles muss – oft zeitlich eng – koordiniert werden, und genau dort hakt es noch. Da könnte die Kommunikation ein bisschen besser sein. 

Vielen Dank für das interessante Gespräch und deinen Einsatz für unsere Kinder und Jugendlichen, sowie dein Engagement im Verein. Für die bevorstehende Zeit wünschen wir dir alles Gute, viele schönen Momente, eine entspannte Zeit bis zur Geburt und deinem Baby einen gesunden Start ins spannende Leben. 

Das Interview führte Monika Röder

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